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Axel Springer Investment Case bestätigt


04.08.2011
Warburg Research

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Jochen Reichert, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von Axel Springer AG (ISIN DE0005501357 / WKN 550135) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.

In H1 2011 seien der Umsatz bei den digitalen Medien um überragende +30% und das EBITDA durch Akquisitionen und strukturelles Wachstum um +77% gesteigert worden. Die EBITDA-Marge habe sich von 16,4% auf 19,6% verbessert. Ohne Akquisitionen wäre in H1 2011 ein organisches Umsatzwachstum von +22% erreicht worden. Das Management habe darauf hingewiesen, dass die zehn wichtigsten Tochtergesellschaften (Segment Digitale Medien) über dem Budget lägen.

Bei einer Analyse der EBITDA-Marge des Segments Digitale Medien sei zu berücksichtigen, dass die Zanox-Gruppe (Beitrag zum gesamten Segmentumsatz mehr als 30%) aufgrund der Beschaffenheit des Geschäfts eine EBITDA-Marge von weniger als 10% generiere. Ohne Zanox hätte die EBITDA-Marge des Segments bei ca. 25% gelegen.

Folgende wesentliche KPIs würden die Stärke des Segments Digitale Medien untermauern. Axel Springer erreiche in Europa 54,7 Mio. Unique Visitors und nehme damit Platz 18 in Europa ein (Nr. 1: Google (ISIN US38259P5089 / WKN A0B7FY)-Seiten mit 335,4 Mio., Nr. 2. Microsoft (ISIN US5949181045 / WKN 870747)-Seiten mit 259,8 Mio. und Nr. 3 Facebook mit 246,4 Mio.). Würden bei einem Ranking nur die Medienunternehmen berücksichtigt, wäre Axel Springer die klare Nr. 1 in Europa (Axel Springer: 54,7 Mio., Schibsted Nr. 2 mit 33,0 Mio.).

Die Umwandlung des Konzerns in Richtung Digital verlaufe gut. Zwischen H1 2009 und H2 2011 hätten sich die Werbeerlöse im Segment Digitale Medien um EUR 212 Mio. von EUR 145 Mio. auf EUR 357 Mio. erhöht. Gleichzeitig seien die Werbeerlöse im deutschen Printgeschäft um EUR 24 Mio. auf EUR 318 Mio. zurückgegangen (Vergleich inkl. Akquisitionen und Dekonsolidierungen). Damit seien die Werbeerlöse im Digitalbereich höher als die Werbeerlöse bei den deutschen Printmedien.


Das Management erwarte im Geschäftsjahr 2011e einen Umsatz am oberen Ende der gegebenen Guidance (einstelliges prozentuales Wachstum). Dies stütze die Einschätzung der Analysten, dass sich mit den Q3-Ergebnissen Aufwärtspotenzial für die Guidance ergebe.

Axel Springer habe den Free Cashflow um 50% auf EUR 110,2 Mio. erhöht. Laut Unternehmensangaben sei nun wieder ein normalisiertes Niveau erreicht, was hinsichtlich des zukünftigen Free Cashflow-Potenzials des Unternehmens sehr vielversprechend sei.

Das Unternehmen berichte in H1 2011 EPS von EUR 1,37. Die Prognose der Analysten für das Geschäftsjahr 2011e liege bei EUR 2,49. Mit einer Verbesserung der Werbeerlöse bei den Zeitungen, einem anhaltenden strukturellen Wachstum im Digitalbereich und Preiserhöhungen für die BILD-Zeitung würden sich die Analysten mit ihrer Erwartung sehr wohl fühlen.

Gründe für den starken Kursrückgang bis Q2 2011 (neben dem gesamten Marktrückgang) seien wahrscheinlich gewesen: (1) das negative Sentiment für Medienunternehmen durch den News Corporation-Fall, (2) die Sorge von Investoren, dass das traditionelle Print-Geschäft stark rückläufig sei und (3) die Unterschätzung des strukturellen Wachstumspotenzials im Segment Digitale Medien. Nach Erachten der Analysten seien alle wesentlichen negativen Katalysatoren verschwunden.

Mit einer nachhaltigen Dividendenrendite von mehr als 5,5%, dem Free Cashflow-Potenzial des Konzerns und dem Kurspotenzial zu ihrem DCF- und SOTP-basierten Kursziel von EUR 48 bleiben die Analysten von Warburg Research bei ihrer Kaufempfehlung für die Axel Springer-Aktie. (Analyse vom 04.08.2011) (04.08.2011/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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